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Wärmepumpenarten

Erdwärme oder Grundwasser: Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Wärme aus dem Untergrund lässt sich über unterschiedliche Systeme nutzen. Erdkollektoren und Erdsonden arbeiten mit einem geschlossenen Rohrkreis; Grundwasseranlagen benötigen Brunnen. Wir erklären die Unterschiede und die Voraussetzungen, die vor einer Entscheidung geklärt werden müssen.

Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt einen geschlossenen Erdkollektor als Wärmequelle. Beispielhafte Darstellung.

Sole ist nicht Grundwasser

Als Sole wird hier das Wärmeträgergemisch im geschlossenen Erdreichkreis bezeichnet. Es transportiert Wärme zur Wärmepumpe. Eine Grundwasseranlage fördert dagegen Wasser aus einem Brunnen und führt es nach der Wärmeentnahme wieder zurück. Grundstück, Untergrund und behördliche Anforderungen müssen zur jeweiligen Lösung passen.

Wie nutzt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe das Erdreich?

Ein geschlossener Rohrkreis nimmt Wärme aus dem Erdreich auf. Darin zirkuliert meist ein frostsicheres Wasser-Glykol-Gemisch, die Sole. Die Wärmepumpe überträgt diese Wärme auf das Heizungswasser.

Erdsonden reichen tief in den Boden; Flächenkollektoren liegen näher an der Oberfläche. Beide erschließen das Erdreich ohne Grundwasser planmäßig zu fördern.

Die Quellentemperatur schwankt meist weniger als Außenluft. Dafür sind Erdarbeiten, Flächen, Bohrung, Genehmigungen und eine sorgfältige Auslegung nötig.

Zu knapp dimensionierte Quellen können über die Jahre ungünstig auskühlen. Regeneration und Entzugsleistung gehören zur Planung.

ERDREICH

Sonde und Kollektor erschließen dieselbe Quelle anders

Beide Sole-Wasser-Systeme nutzen einen geschlossenen Flüssigkeitskreis, unterscheiden sich aber in Fläche, Tiefe und Genehmigungsweg.

VarianteErschließungWichtige Prüfung
ErdsondeBohrung in größere TiefeGeologie, Bohrbarkeit und wasserrechtliche Vorgaben
Flächenkollektorwaagerechte Rohre in geringer Tiefeausreichende unversiegelte Fläche und Bodenregeneration
BeideSolekreis zum VerdampferQuellenleistung, Druckverlust und Frostschutz

Die erreichbare Leistung wird standortbezogen geplant; eine pauschale Meterzahl ist keine belastbare Auslegung.

Drei getrennte Kreise

Erdreich erschließen

Sonde oder Kollektor nimmt Bodenwärme auf.

Sole umwälzen

Frostgeschützte Flüssigkeit transportiert Wärme.

Kältemittelkreis betreiben

Die Wärmepumpe hebt das Temperaturniveau.

Heizwasser versorgen

Der Verflüssiger speist Gebäude und Warmwasser.

Fläche, Geologie, Leitungen und Zufahrt begrenzen die Möglichkeiten.

Bohrungen und Erdarbeiten können Genehmigungen, Anzeigen oder wasserrechtliche Prüfungen erfordern.

Geologische Auslegung, Genehmigung, Bohrung und Quellendimensionierung übernehmen zuständige Fachstellen.

Entzug und Regeneration

Die Quelle muss Wärme über viele Jahre nachhaltig bereitstellen.

  • Erdsonden und Flächenkollektoren erschließen dieselbe Wärmequelle auf unterschiedliche Weise. Entzugsleistung, Regeneration, Boden, Fläche, Bohrtiefe und Genehmigung bestimmen das Ergebnis; die Zahl der Meter wird nicht aus der Wohnfläche allein festgelegt.
  • Spezifische Entzugsleistung hängt vom Untergrund ab.
  • Jahresarbeit und Spitzenlast beeinflussen die erforderliche Größe.
  • Sommerliche Regeneration kann das Temperaturniveau stützen.
  • Solepumpenstrom gehört zur Systembilanz.

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Wie arbeitet eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit Grundwasser?

Ein Förderbrunnen entnimmt Grundwasser und führt es durch einen Wärmeübertrager. Nach der Wärmeabgabe gelangt es über einen Schluckbrunnen zurück. Grundwassermenge und -qualität müssen dauerhaft geeignet sein.

Grundwasser besitzt häufig ein relativ stabiles Temperaturniveau. Das kann den Wärmepumpenbetrieb begünstigen.

Die Anlage greift jedoch in den Wasserhaushalt ein. Brunnenabstand, Strömungsrichtung, Ergiebigkeit und behördliche Zulässigkeit sind entscheidend.

Mineralien und chemische Bestandteile können Wärmeübertrager oder Brunnen beeinträchtigen. Eine Wasseranalyse gehört daher zur seriösen Vorprüfung.

ERDWÄRME UND GRUNDWASSER

Drei Wege, Wärme aus dem Untergrund zu gewinnen

Erdsonde und Flächenkollektor arbeiten mit einem geschlossenen Solekreis. Eine Wasser-Wasser-Anlage fördert Grundwasser und führt es zurück.

WärmequelleTechnisches PrinzipWichtige Vorprüfung
Erdsondetiefe Bohrung mit geschlossenem SolekreisGeologie, Bohrtiefe und Zulässigkeit
Flächenkollektorwaagerechte Rohre im oberflächennahen Erdreichfreie Fläche, Boden und spätere Nutzung
GrundwasserFörderbrunnen, Wärmeübertrager und SchluckbrunnenErgiebigkeit, Wasserqualität und Erlaubnis

Die Verfahren sind nicht allein nach Grundstücksgröße auswählbar. Untergrund, Wasserrecht, Genehmigungen und dauerhaft nutzbare Leistung müssen passen.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe gewinnt Wärme über Förder- und Schluckbrunnen aus dem Grundwasser

Vom Förder- zum Schluckbrunnen

Grundwasser fördern

Eine Brunnenpumpe hebt Wasser zur Anlage.

Wärme übertragen

Ein Wärmeübertrager trennt Grundwasser und Kältemittelkreis.

Temperatur anheben

Die Wärmepumpe versorgt das Heizsystem.

Wasser zurückführen

Der Schluckbrunnen gibt das Wasser dem Untergrund zurück.

Eine Momentaufnahme ersetzt keinen belastbaren Pumpversuch.

Eisen, Mangan oder andere Inhaltsstoffe können Betrieb und Wartung beeinflussen.

Wasserrecht, Hydrogeologie, Pumpversuch, Analyse und Brunnenplanung gehören zu Behörden und Fachunternehmen.

Brunnenpaar

Förder- und Schluckbrunnen müssen hydraulisch zusammenpassen.

  • Eine Grundwasseranlage benötigt Förder- und Schluckbrunnen sowie dauerhaft geeignete Wassermenge und -qualität. Eisen, Mangan, Versandung oder schwankende Grundwasserstände können Wärmeübertrager und Betrieb beeinflussen. Probebohrung, Wasseranalyse und Genehmigung gehören deshalb vor eine Zusage.
  • Der Schluckbrunnen liegt passend zur Grundwasserströmung.
  • Zu geringer Abstand kann einen thermischen Kurzschluss verursachen.
  • Brunnenpumpenstrom beeinflusst die Jahresarbeitszahl.
  • Verockerung kann Förder- und Schluckleistung mindern.

WENN DU ES GENAUER WISSEN MÖCHTEST

Vertiefungen und weitere Praxisbeispiele

Wärmequellen und Effizienz vergleichen
GRAFISCHE ERKLÄRUNGWärmequellen im Überblick

Erdwärmepumpe ist ein gebräuchlicher Oberbegriff für Systeme, die Erdreich als Wärmequelle nutzen.

Drei Quellen: Fragen aus der Praxis
Warum kann dieselbe Wärmepumpe je nach Außentemperatur und Vorlauftemperatur unterschiedlich effizient arbeiten?

Je größer der Temperaturunterschied zwischen Außenluft und benötigtem Heizwasser, desto mehr Arbeit muss der Verdichter leisten. Deshalb ist eine niedrige Vorlauftemperatur so wertvoll. Ein einzelner COP-Prüfpunkt ersetzt aber weder saisonale Vergleichswerte noch die Messung des realen Jahresbetriebs.

Welche Kennzahl ist nur ein Prüfwert und welche beschreibt eher den späteren Jahresbetrieb?

COP und SCOP stammen aus festgelegten Prüfbedingungen. Die JAZ beschreibt den tatsächlich gemessenen Jahresbetrieb innerhalb einer klaren Bilanzgrenze. Für Beratung und Vergleich nennen wir deshalb immer Kennzahl, Bedingungen und betrachtete Systemgrenze zusammen.

Temperaturhub: Fragen aus der Praxis
Welche Zahl eignet sich am besten, um meine späteren Stromkosten vorherzusagen?

Keine einzelne Kennzahl liefert allein eine sichere Kostenprognose. Wir verbinden den Wärmebedarf des Gebäudes mit einer realistischen Effizienzbandbreite und einem Strompreis. COP und SCOP helfen beim Vergleich; die JAZ kann erst im tatsächlichen Jahresbetrieb gemessen werden.

Wärmequellen und Effizienz vergleichen

Wie beeinflusst die Wärmequelle die Effizienz einer Wärmepumpe?

Die Bauarten sind bereits eingeordnet. Jetzt geht es darum, wie Quellentemperatur, Erschließung und erforderlicher Temperaturhub die Effizienz beeinflussen. Im weiteren Programm wird ausschließlich die Luft-Wasser-Wärmepumpe vertieft.

Schaubild und Erläuterung

Wärmequellen im Überblick
  • Luft-Wasser: Außenluft
  • Sole-Wasser: Erdreich
  • Wasser-Wasser: Grundwasser

Erdwärmepumpe ist ein gebräuchlicher Oberbegriff für Systeme, die Erdreich als Wärmequelle nutzen.

Drei Quellen

Luft ist überall verfügbar, schwankt aber stark. Sole-Systeme erschließen Erdreich über Sonden oder Kollektoren. Wasser-Wasser-Systeme nutzen geeignetes Grundwasser. Erschließung, Genehmigung, Kosten und Risiken unterscheiden sich deutlich.

Luft-Wasser nutzt Außenluft, Sole-Wasser erschließt Erdreich über einen geschlossenen Solekreis, Wasser-Wasser nutzt Grundwasser über Förder- und Schluckbrunnen. Die Quellen unterscheiden sich vor allem in Temperaturverlauf, Erschließungsaufwand, Genehmigung und Investition. Weitere Einzelheiten zu Luft-Wasser-Anlagen findest du im dazugehörigen Artikel.

  • Luft, Erdreich und Grundwasser enthalten nutzbare Umweltwärme. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigt weder Bohrung noch Brunnen und kommt deshalb häufig auch für Bestandsgebäude infrage. Sole- und Wasser-Wasser-Systeme bieten andere Möglichkeiten: Sie nutzen meist gleichmäßigere Quellentemperaturen, benötigen aber zusätzliche Erschließung, Genehmigungen und objektspezifische Planung. Der Vergleich darf deshalb nicht nur den COP eines Geräts betrachten, sondern auch Investition, Genehmigungsrisiko, Platz, Bauablauf und Hilfsenergien der gesamten Quellenanlage.
Temperaturhub

Je kleiner der Abstand zwischen Quellentemperatur und benötigter Heizwassertemperatur, desto weniger Arbeit muss der Verdichter im Grundsatz leisten. Deshalb sind niedrige Vorlauftemperaturen so wichtig.

Der Temperaturhub reicht von der nutzbaren Quellentemperatur bis zur erforderlichen Senkentemperatur. Nicht die Außenluft allein entscheidet: Auch ein unnötig hoher Vorlauf vergrößert den Hub. Jedes vermiedene Kelvin kann helfen, Druckverhältnis und Strombedarf zu senken, ohne dass daraus eine pauschale Prozentgarantie folgt.

  • Bei Außenluft treffen im Winter zwei Effekte zusammen: Die Heizlast des Gebäudes steigt, während Quellentemperatur und häufig die Effizienz der Wärmepumpe sinken. Feuchte Luft kann außerdem Abtauvorgänge auslösen. Herstellerdaten werden daher bei derselben Außen- und Vorlauftemperatur verglichen, die für das Projekt relevant ist. Ein Wert bei A7/W35 beschreibt Außenluft mit 7 °C und Heizwasserbedingungen um 35 °C; er beantwortet nicht automatisch, wie das Gerät bei starkem Frost und höherem Vorlauf arbeitet. Betriebspunkt, Teillast und Bilanzgrenze gehören immer zur Kennzahl.
Kennzahlen richtig lesen

COP gilt an einem definierten Betriebspunkt. SCOP bildet ein standardisiertes Saisonprofil ab. Die JAZ beschreibt die Jahresbilanz einer konkreten Anlage; dafür müssen Zeitraum und einbezogene Stromverbraucher klar sein.

A7/W35 bezeichnet beispielsweise 7 °C Außenluft und 35 °C Heizwasservorlauf am Prüfpunkt. COP, Heizleistung und elektrische Aufnahme gehören zusammen. Für einen fairen Vergleich müssen Quelle, Vorlauf, Messnorm und Bilanzgrenze identisch sein; ein größerer COP unter milderen Bedingungen beweist kein besseres Wintergerät.

  • Die Beratung ordnet Quellen neutral ein und bleibt im eigenen Leistungsumfang. Eine Erdwärmelösung wird nicht schlechtgeredet, aber auch nicht weiter geplant, wenn das Unternehmen sie nicht anbietet. Für die Luft-Wasser-Lösung werden winterliche Geräteleistung, Standort, Schall, Abtauung, Kondensat und Systemtemperatur sichtbar geprüft. So entsteht ein ehrlicher Vergleich: Nicht die abstrakt beste Wärmequelle entscheidet, sondern die im konkreten Objekt vollständig beherrschte Lösung.
Warum Luft-Wasser im Winter besonders geprüft wird

Bei sinkender Außentemperatur steigt die Heizlast des Gebäudes, während Quellentemperatur und häufig auch Effizienz der Luft-Wasser-Wärmepumpe sinken. Zusätzlich können Abtauvorgänge erforderlich werden. Genau deshalb werden Leistung und elektrische Aufnahme an winterlichen Betriebspunkten mit der geplanten Vorlauftemperatur geprüft. Ein günstiger Wert bei milder Witterung beschreibt den Auslegungstag nicht.

Bei fallender Außenlufttemperatur sinkt die verfügbare Quelltemperatur, während die Gebäudeheizlast steigt. Zusätzlich können Abtauvorgänge auftreten. Deshalb werden Leistungskennfeld, elektrische Aufnahme und Zusatzleistung gerade für kalte Betriebspunkte geprüft, statt die Sommer- oder Nennangabe fortzuschreiben.

Andere Wärmequellen im Vergleich

Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Systeme können gleichmäßigere Quellentemperaturen nutzen, benötigen aber eine aufwendigere Erschließung und standortbezogene Prüfung. Diese Schulung vermittelt nur die begriffliche Abgrenzung. Beratung, Angebot und Projektprozess von der zuständige Fachbetrieb konzentrieren sich anschließend ausschließlich auf Luft-Wasser-Wärmepumpen.

Erdreich und Grundwasser können im Winter stabilere Temperaturen bieten, erfordern aber Erschließung, Genehmigung und entsprechende Investitionen. Ob diese Wärmequellen am Grundstück nutzbar sind und welche Fachbetriebe die Arbeiten ausführen können, gehört zur frühen Planung.

Praxisfall: COP 5 im Prospekt

Ein Kunde vergleicht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit COP 5 mit einem anderen Modell mit COP 4,2. Der erste Wert gilt bei A7/W35, der zweite bei A2/W35. Die Zahlen sind deshalb nicht direkt vergleichbar. Zusätzlich sagt keiner der Werte allein etwas über Warmwasser, Abtauung, Heizstab oder reale Systemtemperaturen aus. Die Beratung fordert identische Betriebspunkte und erklärt anschließend den Unterschied zwischen Prüfwert und Jahresbilanz.

  • Prüfpunkt immer mitlesen.
  • Gleiche Bilanzgrenzen vergleichen.
  • COP nicht als Jahresgarantie verkaufen.

Beim COP-Vergleich werden zunächst die Prüfbezeichnungen markiert. Anschließend werden Heizleistung und Stromaufnahme am gleichen Punkt betrachtet. Erst danach folgen SCOP oder Systemprognose. Diese Reihenfolge verhindert, dass eine einzelne große Zahl zum Verkaufsargument ohne technische Vergleichbarkeit wird.

Luft-Wasser-Systeme nutzen die Außenluft. Andere Wärmequellen haben andere Anforderungen an Erschließung, Genehmigung und Betrieb.

Was die Fachplanung klärt

Fachplanung vergleicht Leistungskennfelder und bilanziert die reale Systemgrenze. Einzelne Prospektwerte reichen nicht.

Häufige Missverständnisse

  • Ein hoher COP an einem Punkt ist keine garantierte Jahresarbeitszahl.
  • Erdwärme bedeutet nicht automatisch Fußbodenheizung.
  • Maximale Vorlauftemperatur ist kein Effizienznachweis.

Fragen und Antworten

Was bezeichnet A2/W35?

Einen Prüfpunkt mit 2 °C Außenluft und 35 °C Heizwasser-Austrittstemperatur.

Was beschreibt die JAZ?

Das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetzter elektrischer Energie über ein Jahr innerhalb einer definierten Bilanzgrenze.

Was reduziert meist den Temperaturhub?

Eine niedrigere erforderliche Vorlauftemperatur.

Das ist entscheidend

  • Andere Quellen werden nur eingeordnet.
  • Kennzahlen brauchen einen Betriebspunkt oder Zeitraum.
  • Niedrige Systemtemperaturen helfen der Effizienz.
Vergleich
Eine Möglichkeit

COP-Werte aus verschiedenen Prüfbedingungen

Die andere Möglichkeit

Kennzahlen am identischen Betriebspunkt

Nur gleiche Temperaturen und Bilanzgrenzen ergeben einen fairen Vergleich.

Fragen zum Thema: Wärmequellen und Effizienz vergleichen
  • Eine Wärmequelle ist nicht allein deshalb gut, weil ihre Temperatur im Prospekt günstig erscheint. Erschließungsaufwand, Genehmigung, Verfügbarkeit und erforderliches Temperaturniveau bestimmen gemeinsam die praktische Effizienz.

Vergleiche nicht nur die Quellentemperatur. Jede Wärmequelle bringt andere Erschließungs-, Genehmigungs- und Betriebsbedingungen mit.

  • Außenluft ist nahezu überall verfügbar, schwankt aber über das Jahr und kann Abtauvorgänge erforderlich machen.
  • Erdreich liefert meist gleichmäßigere Temperaturen, benötigt jedoch Sonde oder Kollektor und eine eigene Standortprüfung.
  • Grundwasser kann günstig temperiert sein, verlangt aber ausreichende Ergiebigkeit, passende Wasserqualität und eine Brunnenanlage.
  • Für alle Systeme gilt: Je kleiner der Temperaturhub bis zum benötigten Heizwasser, desto günstiger arbeitet der Verdichter im Grundsatz.

Grenzen des Beispiels

Die Grafik ist keine Rangliste. Effizienz wird nur bei gleicher Nutzwärmeaufgabe, identischen Temperaturen und klarer Bilanzgrenze verglichen.

Vergleiche Quellen nur bei gleicher Nutzwärmeaufgabe und mit einer klar definierten Bilanzgrenze. Belegte Angaben bilden die Planungsgrundlage. Noch ausstehende Berechnungen, Messungen und Freigaben werden als offene Punkte gekennzeichnet.

Schritte zur Klärung

Andere Quellen werden nur eingeordnet. Für die Planung muss erkennbar sein, ob eine Angabe gemessen, belegt oder zunächst nur angenommen wurde.

Welche Auswirkungen die Angaben auf dein Gebäude haben, wird im Einzelfall geprüft. Eine erste Orientierung ist noch keine technische Freigabe oder Förderzusage.

Offene Fragen werden mit den vorhandenen Unterlagen und der zuständigen Fachperson abgestimmt. Die Fachauslegung nutzt Leistungskennfelder statt pauschaler Ranglisten verschiedener Wärmequellen.

Fragen aus der Praxis

Je geringer der Unterschied zwischen Quellen- und Heiztemperatur, desto günstiger sind die Bedingungen für die Effizienz. Außenluft ist leicht verfügbar, ihre Temperatur schwankt jedoch. Erdreich und Grundwasser liefern im Winter meist gleichmäßigere Temperaturen, erfordern dafür zusätzliche Erschließung und Standortprüfung.

Praxishinweis

Bei „Drei Quellen“ sind nachvollziehbare Beobachtungen und Messwerte die Grundlage. Das Beispiel „Praxisfall: COP 5 im Prospekt“ verdeutlicht, welche Nachweise für die weitere Fachplanung benötigt werden.

Beispiele und Antworten: Wärmequellen und Effizienz vergleichen

Worauf es ankommt

Vergleiche Quellen nur bei gleicher Nutzwärmeaufgabe und mit einer klar definierten Bilanzgrenze.

Was anschließend geprüft wird

Die Fachauslegung nutzt Leistungskennfelder statt pauschaler Ranglisten verschiedener Wärmequellen.

Häufige Fragen und Missverständnisse

Ist eine Erdwärmepumpe immer effizienter?

Die stabilere Quelle kann günstig sein. Gesamtwirkungsgrad, Pumpenstrom, Heiztemperatur, Auslegung und Investitionsaufwand müssen aber zusammen betrachtet werden.

Häufiges Missverständnis: „Eine Erdsonde funktioniert überall gleich gut.“?

Untergrund, Grundwasser, Bohrtiefe, Entzugsleistung und rechtliche Bedingungen unterscheiden sich erheblich.

Wird das Grundwasser dabei verbraucht?

Es wird Wärme entzogen und das Wasser in einem offenen Quellkreis üblicherweise wieder in den Untergrund geführt. Die konkrete Rückführung muss genehmigt und geplant sein.

Häufiges Missverständnis: „Jeder vorhandene Brunnen kann als Wärmequelle dienen.“?

Trink-, Garten- und Wärmepumpenbrunnen haben unterschiedliche Anforderungen. Die Nutzung muss technisch und rechtlich geprüft werden.

Weitere Fragen zum Thema

Wie nutzt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe das Erdreich?

Was zirkuliert typischerweise im geschlossenen Erdsondenkreis?

Sole

Sie transportiert Wärme aus dem Erdreich zur Wärmepumpe und ist gegen Frost ausgelegt.

Wie arbeitet eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit Grundwasser?

Welche zusätzliche Voraussetzung ist für eine Wasser-Wasser-Anlage wesentlich?

Dauerhaft geeignete Grundwassermenge und -qualität

Ohne ausreichendes und verträgliches Wasser kann die Quelle nicht zuverlässig arbeiten.

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Die Inhalte dienen der allgemeinen Information. Beispiele und schematische Darstellungen ersetzen keine objektbezogene Fachplanung. Förderbedingungen und technische Anforderungen sind für das konkrete Vorhaben aktuell zu prüfen.

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